„Helmo“ hat den Praxistest bestanden. Vier Monate nach dem Start fällt die erste Bilanz positiv aus.

Anröchte. Bad Sassendorf. Erwitte. Seit Ende September 2021 testen die Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH und die WB Westfalen Bus GmbH zusammen mit dem Kreis Soest in einem neunmonatigen Pilotprojekt ein nachfragegesteuertes Nahverkehrsangebot in der Gemeinde Anröchte sowie zwischen Erwitte und Bad Sassendorf.

"Helmo" fährt "On-Demand"

Das neue Angebot heißt „Helmo - Hellweg mobil“. Als „On-Demand-Verkehr“ ermöglicht „Helmo“ eine flexible, bedarfsgerechte und geteilte Mobilität. Dabei setzt das Projekt ganz auf die Chancen der Digitalisierung: Fahrgäste buchen ihre Fahrten per App und ein Algorithmus generiert laufend die optimalen Fahrtrouten. Alternativ zur Buchung per App ist auch eine telefonische Fahrtanmeldung möglich. „Helmo“ ist immer montags bis freitags von 8.00 – 12.00 Uhr, 14.00 – 19.00 Uhr und samstags von 9.00 – 15.00 Uhr unterwegs.  

Nachfrage 

Bereits in den ersten vier Monaten hat „Helmo“ fast 2.000 Fahrten durchgeführt. In der Gemeinde Anröchte fuhr der Kleinbus 1.117 Touren. Im Bereich Erwitte/Bad Sassendorf waren es 823 Fahrten. Dabei nutzten insgesamt 2.374 Fahrgäste das neue Angebot in beiden Gebieten. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, findet Gunnar Wolters, Sachgebietsleiter Mobilität und Digitalisierung beim Kreis Soest. Auch mit der Poolingquote von durchschnittlich 1,4 Fahrgästen pro Fahrt ist Gunnar Wolters zufrieden und erläutert: „So oft wie möglich fasst die Buchungssoftware die einzelnen Fahrtwünsche zusammen. Auf diese Weise wird die Fahrzeugauslastung optimiert.“

Bilanz

Bislang fällt beim Kreis die Bilanz mit dem Verlauf des Projektes alles in allem positiv aus. „Natürlich ruckelt es hier und da mal ein wenig, und einige Dinge fallen erst im Echtbetrieb auf, aber genau aus diesem Grund gibt es ja die Pilotphase“, beschreibt Gunnar Wolters die Praxis-Erfahrungen der ersten vier Monate.

Fahrgastmeinung

Und wie denken die Fahrgäste über „Helmo“? Die Auswertung einer Umfrage ist gerade in Arbeit. Insgesamt beteiligten sich 283 Bürgerinnen und Bürger an der Umfrage. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Februar in den Kommunen präsentiert. Soviel ist aber schon jetzt klar: Der „On-Demand-Verkehr“ kommt bei den Menschen in Anröchte, Erwitte und Bad Sassendorf gut an. Das sagen die ersten Ergebnisse zur Bewertung der App, der Hotline und des Angebots. Aber nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte. Bereits im Dezember haben die Verkehrsunternehmen erste Änderungsvorschläge aufgegriffen und neue Haltestellen eingerichtet. In der Umfrage wurden die aktuellen Bedienzeiten grundsätzlich bestätigt. Allerdings gibt es auch Wünsche nach Anpassungen. Die Verlagerung der Bedienzeiten am Samstag um eine Stunde nach hinten, kann wahrscheinlich schon im Februar umgesetzt werden.

Vorreiter

Solche kurzfristigen Anpassungen sind möglich, weil der Kreis und die beteiligten Verkehrsunternehmen im engen und regelmäßigen Austausch miteinander stehen. Projektleiter Wolters fasst es so zusammen: „Helmo steht gewissermaßen unter positiver Beobachtung“. Das Ziel ist, „Helmo“ von einem Piloten in ein dauerhaftes Angebot zu überführen und aus der Umsetzung eines solchen „On-Demand-Verkehrs“ für andere Projekte zu lernen.   

Förderung

Ermöglicht wird „Helmo“ durch die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Förderung von digitalen Modellregionen des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW. Weitere Projektinformationen zu „Helmo“ stellen die Verkehrsunternehmen auf ihren Websites zur Verfügung: www.rlg-online.de/rlg/angebot oder  www.westfalenbus.de/angebot

Auskunft

Kostenlose elektronische Fahrplanauskünfte gibt es unter 0 800 3 / 50 40 30.
Personenbediente Auskunft erteilt die Servicezentrale mobil info unter 0 180 6 / 50 40 30 für 20 ct/Anruf.